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Norbert Reisinger

In unseren drei Wänden

Neue Sprüche von Erwachsenen
 
 
 

Das Alter
 
 

Marc und Geli und haben ein Testament gemacht. Der Text klingt ziemlich kompliziert, und deshalb fragte Geli ihren Marc, was das Testamenent eigentlich bedeute. Marc erklärte ihr, daß das Ganze sehr einfach ist. Wenn einer von uns stirbt, so erläuterte er, kann der andere machen, was er will. Geli dachte eine Weile nach und sagte anschließend:
”Dann fängt die Erberei also erst an, wenn ich gestorben bin".
 

Geli liest, wie viele andere Menschen auch, die Zeitung von hinten. Sie beginnt also mit den Todesanzeigen und den Familiennachrichten. Eines Tages entdeckte Geli den Bericht über eine Frau, die ihren 103. Geburtstag feiern konnte. Wie in der Zeitung stand, machte die alte Dame sogar noch jeden Tag einen Spaziergang. Die Geli war sehr beeindruckt und sagte staunend:
“103 Jahre alt – und lebt noch!”
 

My home is my castle
 
 

Bei Grindelmaiers implodierte eines schönen Tages der Fernseher. Alles was in der Nähe war, fing Feuer, und obwohl Geli heldenhaft löschte, sah es am Ende  doch furchtbar aus. Das Wohnzimmer und der gesamte Flur waren durch den Brand und den Ruß unbewohnbar geworden. Geli und ihr Mann konnten nur noch im Eßzimmer hausen. Weil Geli auch in den Tagen danach noch ziemlich mitgenommen war, schlug Marc ihr vor, sie solle doch vorübergehend bei ihrer Mutter wohnen. Damit war Geli aber gar nicht einverstanden. Sie sagte:
“Ich fühle mich am wohlsten in unsereren vier Wänden – oder besser gesagt: in unseren drei Wänden.”
 
 

Rätselhaftes
 
 
 

Als Tino noch achtzehn und Nico erst siebzehn waren, erhielt Nico seinen Bescheid für die Wehrerfassung. Tino sagte daraufhin zu seinem jüngeren Bruder:
”Wenn die jetzt schon Kinder einziehen, muß Krieg sein!”
 

Uta war am frühen Abend mit dem Auto unterwegs. Es dämmerte bereits. An einem Fußgängerüberweg mußte sie halten, weil ein blinder Mann mit einem Hund die Straße überqueren wollte. Uta schüttelte den Kopf und sagte:
”Muß der denn jetzt noch spazieren gehen, wo es fast schon dunkel ist!”
 

Es war Erntezeit und man sammelte säckeweise Obst. Die Oma machte sich bei den Walnüssen zu schaffen. Als es dann zum Mittagessen ging, stellte sie fest, daß sie beim Aufsammeln der Nüsse ihren Ehering verloren hatte. Genaugenommen war es der Ehering ihres verstorbenen Mannes. Der hatte seinen Ring seit Jahren nicht mehr getragen, und weil er der Oma besser paßte, hatte sie ihn statt ihres eigenen genommen. Als sie von dem Verlust berichtete, meinte ihr Schwiegersohn Gerd:
”Dann hat er ihn also doch noch geholt!”
 
 

Frömmigkeit
 
 
 

Paul-Jürgen und seine beiden Söhne waren ausgeschickt worden, einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Als sie zurückkamen, hatten sie ein schönes Tännchen dabei. Allerdings hatten sie es nicht gekauft, sondern heimlich im Wald abgesägt. Als die Mamma tadelnd den Kopf schüttelte, sagte ihr Sohn Nico:
”Es geht schließlich um den Geburtstag unseres Herrn, da kann man ruhig mal ‘ne Tanne klauen.”
 

Von der Kirchengemeinde aus wurde eine Freizeit angeboten, bei der es um eine Art Selbsterfahrung ging. Es wurden nämlich Extremsportarten angeboten. Unter anderem sollten die Teilnehmer von einem zwanzig Meter hohen Felsen aus in einen Fluß springen. Auch Friedlindes Sohn Nico wollte mitmachen. Friedlinde meldete Zweifel an, ob das noch etwas mit christlichem Glauben zu tun hat. Aber Nico meinte:
”Vielleicht wollen die, daß wir Gott näher sind!”
 
 

Freizeit
 
 
 

Der Henry ist mittlerweile verheiratet und hat bereits drei Kinder. Als das älteste der Kinder gerade neun Monate alt geworden war, überraschte der Henry seine Umgebung mit der Mitteilung, daß seine Frau schon wieder schwanger sei. Sein Schwager Gerd fragte ihn daraufhin:
”Macht ihr eigentlich sonst nichts mehr?” 
 

Marc fährt einen weißen Mercedes. Es ist ein gefragtes Auto bei Hochzeiten. Als einmal Fritz und seine Gerlinde bei Marc zu Besuch waren, erzählte er den beiden, daß er den Wagen bald richtig sauber machen müsse, weil er mal wieder als Hochzeitskutsche benötigt würde. Gelis jüngste Schwester Beate heiratete nämlich. ”Wen heiratet sie denn?” fragte der Fritz Besuch. ”Einen aus Eßlingen” antwortete Marc. Worauf der Fritz meinte:
"Für was willst du dann dein Auto putzen?
 
 

Ende



 

Copyright 2003 by Norbert Reisinger
 

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  HUMOR

 
 
 

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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