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Norbert Reisinger

Wenn er gesprungen hat, läuft das Wasser

Der ganze Text
 
 
 

Die Ehe
 
 
 

Auch wenn sie selbst nicht gerne verreist oder vielleicht deshalb, erlaubte Inge ihrem Christian eine Reise nach Ägypten. Kurz vorher war Christian beim Zahnarzt gewesen. Der hatte ihm viele neue Kronen und jede Menge Gußfüllungen eingesetzt. Entsprechend hoch war die Rechnung. Als Inge gesehen hatte, was das neue Gebiß ihres Mannes kostete, meinte sie: ”Du bist ja nun ein wertvoller Mensch.” Und sie fügte hinzu: 
”Zu dumm, wenn gerade jetzt das Flugzeug abstürzen würde!” 

Peter und Brigitte saßen gemeinsam vor dem Fernseher und schauten die Nachrichten der Tagesschau an. Dabei fragte die Brigitte ihren Mann: 
”Was gibt’s Neues?” 

Laura hat eigentlich alles. Und wenn ihr Geburtstag kommt, fällt ihrem Mann meistens nichts Gescheites ein, was er ihr schenken könnte. Er hatte für sie einmal eine Flasche Bananenlikör vorgesehen, weil sie so etwas gerne trinkt. Am Tag vor ihrem Geburtstag rief die Laura ihren Mann bei der Arbeit an und sagte, er solle ihr ja kein Geschenk kaufen. Blumen seien noch da und Parfüm auch. Sie wolle wirklich nichts. Die Laura schärfte ihrem Mann ein: 
”Auch keinen Likör oder sonst so ’nen Dreck!” 

Den Urlaub verbringt der Manfred gerne im Süden. Auch seine Frau mag Sonne und Meer. Aber das Reisen macht ihr Angst, und deshalb würde sie am liebsten immer zu Hause bleiben. Wenn sie eine Urlaubsreise planen, ist das immer eine schwierige Sache. Manfred probierte es einmal anders herum. ”Wir könnten nach Israel fliegen,” schlug er vor, ”immerhin ist Israel das Land, wo Jesus lebte.” 
”Jesus lebt überall!” erwiderte seine Frau. 
 

Der Heiner und seine Silke unterhielten sich darüber, wann es zu einem Herzinfarkt kommt. Heiner sagte großspurig, vom vielen Arbeiten allein bekomme niemand einen Herzinfarkt. Gefährlich sei es erst, wenn man dauernd etwas tun müsse, was einem nicht gefällt. Worauf Silke meinte: 
”Dann findest du mich eines Tages neben dem Staubsauger liegen!” 

Alexander und Michaela saßen spät abends im Wohnzimmer. Es war ein anstrengender Tag gewesen, und deshalb beschloß Alexander, ins Bett zu gehen. Er stand vom Sessel auf, streckte sich und verkündete gähnend, daß er jetzt schlafen würde. Dabei muß er schrecklich müde ausgesehen haben. Denn Michaela ermahnte ihn: 
”Ja, aber pass’ auf! Du hast noch ’ne Zigarette im Mund!” 
 

Der Herr Mattes hatte einen mürrischen Tag. Seine Frau ärgerte sich darüber und sagte zu ihm, er solle doch nicht so bruddlig sein. Andere Männer, fügte sie hinzu, seien schließlich auch freundlich zu ihr. Der Mattes antwortete: 
”Die kennen dich ja auch nicht!” 

Die Frau Rehfuß schimpfte mit ihrem Mann. Er hatte irgend etwas getan oder gesagt, was ihr gar nicht gefiel, und sie warf ihm vor, er sei ein wüster Kerl. Jede andere Frau, so betonte sie, wäre längst davon gelaufen. Der Rehfuß antwortete: 
”Deshalb hab’ ich ja dich genommen!” 

Die Familie Saile wurde eines Sonntags überraschend von Renchers zum Mittagessen eingeladen. Sie hatten spät und reichlich gefrühstückt und zögerten deshalb, die Einladung anzunehmen. Dann gingen sie aber doch hin. Als sie sich verabschiedeten, meinte der Rencher, es sei auf jeden Fall gut gewesen, daß sie gekommen seien. Und er fügte hinzu: 
”Sonst hätte ich mit meiner Frau alleine streiten müssen!” 

Renate denkt oft über Gott und die Welt nach, und manchmal versteht sie das eine und das andere nicht so recht. Gott habe bei der Erschaffung der Welt alles falsch gemacht, meinte Renate eines Tages. ”Was soll es,” fragte sie, 
”daß immer Staub herumfliegt!?“ 
 
 

Familienleben
 
 

Die Ganters pflegen den Opa. Eines Tages war bei uns Kuchen übrig gebliebenen. Weil uns nichts besseres einfiel, baten wir Ganters, den Kuchen doch für den Opa mitzunehmen. Später erzählten sie uns, daß sich der Opa sehr über den Kuchen gefreut habe. Es sei überhaupt so, daß der Opa gern Reste aufesse, und deshalb komme bei ihnen praktisch nichts um. Sie fügten hinzu: 
”Insofern ist’s ganz gschickt, daß wir ihn haben!” 

Wenn von den Maiers jemand verreist ist, warten alle sehnsüchtig darauf, daß er wieder zurückkommt. Der Peter war ein paar Wochen in Frankreich unterwegs. Es hieß dann, daß er am Samstag wieder da sei. Tatsächlich kam er aber schon am Freitag. Seine Schwester war enttäuscht. Sie sagte: 
”Ich hatte mich so auf morgen gefreut!” 

Als die Melanie zwei Jahre alt war, spielte sie mit ihrem Vater und stampfte ihm dabei mächtig auf dem Unterleib herum. Armin stöhnte und ermahnte seine Tochter: 
”Wenn du so weitermachst, gibt’s kein Gsechwisterchen mehr!” 

Alexander setzte sich eines Tages im Wohnzimmer inmitten seiner Familie auf einen Sessel und war wenig später eingeschlafen. Als er dann so langsam wieder die Augen aufmachte, war er noch im Traum. ”Da bestellst du Kakao”, sagte er, ”und was kriegste?! Kartoffeln – brutal auseinandergebrochen.” Seine Lieben fingen natürlich ein riesiges Gelächter an. Worauf Alexander empört meinte: 
”Und ihr lacht auch noch!” 
 
 

Generationen
 
 

Jutta ging auf die sozialpädagogische Schule in Balingen. Als sie eines Tages in das Gasthaus ”Bären” kam, saß dort ihr Schulkamerad Achim und strickte. ”Hallo, Achim, was strickst du denn?” fragte Jutta. 
”Einen Pullunder für die Oma!” antwortete er. 

Frau Himmer ist eine Witwe und achtzig Jahre alt. Sie hält sich immer noch für attraktiv. Im Dorf lag ein alter Mann darnieder, krank und allein. Die Einwohner des Ortes statteten ihm nacheinander ihren Besuch ab. Nur die Frau Himmer ließ ihn im Stich. ”Ich würde ja schon gern hingehen”, erklärte sie, 
”aber was werden die Leute reden!” 

Der Opa war im ”Hirsch” gewesen. Er hatte wohl ein wenig zu viel getrunken. Kurz vor seinem Haus kam er zu Fall und rollte die steile Sraße hinunter. Ein Nachbar wollte ihm helfen. Aber die Oma rief: 
”Laß‘ ihn doch rollen!” 

Sabines Großeltern waren schon arg hinfällig und fanden sich nicht mehr alleine zurecht. Sie kamen deshalb in ein Pflegeheim. Aber das brachte sie erst recht durcheinander. 
”Wo sollen wir bloß hin, wenn wir alt werden?” fragte die Oma ständig. 

Brigitte behauptete einmal, wenn sie früher das Sagen gehabt hätte, wären sie viel häufiger zum Tanz gegangen. Tanzen sei nun mal ihre Leidenschaft, und sie könne nicht genug davon bekommen. Am liebsten wäre es ihr gewesen, wenn man jeden Abend zum Tanz gegangen wären und nicht nur einmal in der Woche. Nun mußte der Günter lachen und sagte, bei dem ”nur einmal in der Woche”, da falle ihm ein Witz ein, aber der sei ziemlich schmutzig und deshalb erzähle er ihn lieber nicht. Nach einer kleinen Pause fügte er versonnen hinzu: 
”Ja, das war auch immer schön!” 

Opa Alexander stand im Eßzimmer am Fenster. Er beobachtete seine Frau, die mit den zwei Enkelkindern auf den Spielplatz gegangen war. Was er sah, verwunderte ihn doch sehr. Der Junge, so schimpfte er laut vor sich hin, stapfe mit den Sandalen mitten im nassen Sandkasten herum und die Kleine mache es ihm nach. Kopfschüttelnd fügte Opa Alexander hinzu: 
”Und das ältere Individuum steht einfach rum!” 

Als der Frieder gestorben war, hinterließ er eine gut ausgestattete und sauber aufgeräumte Werkstatt. Sie wird jetzt von seiner Witwe, der Gerda genutzt. Gut ausgerüstet ist die Werkstatt immer noch. Eines Tages war sie auch wieder sauber. Die Gerda hatte Ordnung geschaffen und erläuterte: 
”Ich denke immer, sonst kommt der Frieder, und er räumt auf!” 

Mutter Anneliese erfuhr, dass im Leben ihres immerhin 43 Jahre alten Sohnes Klaus plötzlich eine Frau auftauchte und begann, ihm einen Pullover zu stricken. Auch sonst sah die Sache ziemlich ernst aus. Mutter Anneliese faßte ihre Überlegungen so zusammen: 
”Dann brauch’ ich dem Klaus  also keinen Pullover mehr stricken.” 

Lisa ging in die Schule und es gab ein großes Problem. Was auch immer die Lehrerin an die Tafel malte, die Lisa konnte es nicht abschreiben. Es schien so, als sei sie ziemlich schwer von Begriff. Mit der Zeit merkte die Lehrerin aber, daß die kleine Lisa gar nicht dumm war, sondern nur schlecht sehen konnte. Also rief die Lehrerin ihre Mutter zu sich. Sie erklärte ihr, daß ihre Tochter eine Brille brauche, denn sie sei außerordentlich kurzsichtig. Die Mutter nickte, aber eine Brille kaufte sie nicht. Sie war nämlich außerordentlich schwerhörig. 

Thomas gestand einmal, daß er schon öfters gelogen hätte. Man müsse das nur richtig machen, und keiner merke etwas, sagte er. Das erste Mal, so erzählte Thomas, habe er bei der Musterung gelogen. 
”Jetzt lügt er schon wieder”, rief daraufhin seine Mutter. 

Eines Weihnachtens schien es so, als ob die Großmutter Besuch von ihren Kindern und Enkeln bekommen würde. Die Großmutter überlegte deshalb, was für Geschenke sie besorgen sollte. Besonderes Kopfzerbrechen machten ihr die Enkel. Schließlich meinte sie: 
”Wenn ich wenigstens wüßte, ob die lieber mit Lego oder mit Playboy spielen!” 
 
 

Komplizierte Sachen
 
 
 

Christoph saß vor dem Fernseher und schaute die Nachrichten an. Gegen Ende der Sendung wurde über eine Modeschau berichtet, und man sah ein rassiges Mannequin über den Laufsteg stolzieren. Der Christoph war beeindruckt. So eine Frau wäre auch nicht schlecht, meinte er. Doch dann dachte er an seinen Garten und schränkte er ein: 
”Bohnen runter tun kann sie aber nicht!” 

Peter hatte Probleme mit dem Rücken und mußte einige Wochen lang Fango-Packungen und Massagen über sich ergehen lassen. Als alles vorbei war, schenkte er der Sprechstundenhilfe eine Flasche ”Piccolo”. Die junge Frau bedankte sich und sagte: 
”Gerade von Ihnen hätte ich das nicht erwartet.” 

Der Jens ist eigentlich ein lieber Kerl. Nur trinkt er gern, und wenn er trinkt, dann viel. Er hatte wegen des Alkohols einen Therapieplatz bekommen, war aber schon nach einem Tag wieder zu Hause. Jens erklärte: 
”Da hat’s weit und breit kein Bier gegeben!” 

Michaela erzählte, daß sie nicht schlafen konnte und nachts um drei noch eine Schlaftablette genommen hatte. Als Rolf wissen wollte, was für einen Tablette es gewesen sei, antwortete Michaela, daß sie das nicht wisse. Sie fügte hinzu: 
”Es war so eine kleine weiße!” 

Jens bekam auf einer Geschäftsreise von einem Kunden ein echtes französisches Parfüm geschenkt und brachte es seiner Helga mit. Die Helga roch ehrfurchtsvoll an dem teuren Duft, aber tags darauf gab sie das Fläschchen an ihre Schwester weiter. Helga erläuterte: 
”Für mich ist es zu schade!” 

In der Zeitung hatte gestanden, daß in frischem Fisch oft Wurmlarven vorkommen. Es gab nun eine heiße Diskussion darüber, ob man Fisch überhaupt noch essen kann. Und wie es mit Fleisch ist oder Hähnchen. Eigentlich sei ja überall etwas drin, war die allgemeine Meinung. ”So gesehen dürfte man nicht einmal mehr Wasser trinken,” meinte Gerhard und erläuterte: 
”Im Wasser bumsen die Fische.” 

Der Günter ist Rentner. Er schlug dem Friedrich, der auch Rentner ist, einmal vor, sie sollten gemeinsam die Wanderwege in der Umgebung in Ordnung bringen. Als der Friedrich dies ablehnte, meinte der Günter: 
”Dann machen wir eben den Terroristen das Schriftliche!” 

Die Daniela erzählte einmal eine Geschichte, die zwar wirklich erstaunlich klang, aber einfach nicht wahr sein konnte. Obwohl alle immer mehr lachen mußten, setzte Daniela ihre Erzählung fort und rief schließlich aus: 
”Bitte, glaubt mir doch!” 

Silke hat eine Schublade, in der zahlreiche wertvolle Feuerzeuge herumliegen. Es handelt sich um Aufmerksamkeiten von Firmen, die mit ihrem Mann im Geschäft waren oder ins Geschäft kommen wollten. Wohin mit all dem Zeug? Man riet ihr, die Dinger doch einfach zu verschenken. Aber die Silke meinte: 
”Wir machen doch keine so teuren Geschenke!” 

Zum Günter kam ein Freund mit einem Motorrad. Der Freund beklagte sich, daß dauernd der Gaszug hängen bleibe. Günter beschloß, der Sache auf den Grund zu gehen, und machte eine Probefahrt. Wenig später landete er auf einem Holzstapel in der Nähe der Dorflinde. Der Gaszug war tatsächlich hängen geblieben. 

In der Stadt steht neuerdings ein ganz moderner Brunnen. Es handelt sich um eine Art Springbrunnen, aber wie er funktioniert, ist ziemlich eigenartig. Daniela erklärt es so: 
”Wenn er gesprungen hat, läuft das Wasser wie ein Bächlein über die Straße!” 

Bernd erzählte, daß er die Bibel schon einmal ganz durchgelesen hat. Das sei sehr spannend, sagte er, wie ein Roman, aber unheimlich viel. Die Bibel sei halt dick. Und er fügte hinzu: 
”Man muß lesen auf Teufel-komm-raus!” 
 
 

Die Arbeitsstelle
 
 

Uwe lobte einmal einen Kollegen, weil  dieser sich besonders Mühe gegeben hatte. Der Kollege antwortete: 
”Man tut halt sein Nötigstes.” 

Der Klaus stöhnte darüber, daß er sich bei der Arbeit immer die Brille schmutzig mache. Seine Kollegin Silke tröstete ihn und erzählte, auch sie habe dauernd schmierige Gläser von der Arbeit. Ein dritter Kollege hörte sich das an. Er erklärte: 
”Meine Brille ist immer sauber.” 

Jens und Manfred kamen sich oft wegen der Sprechtage ins Gehege. Der Manfred konnte sich nämlich einfach nicht merken, wann wer an der Reihe war. Eines Tages schlug Jens dem Manfred vor, doch einfach nach Kalenderwochen vorzugehen. In den geraden Wochen sollte der Jens an der Reihe sein  und in den ungeraden Wochen der Manfred. Der Manfred sah das irgendwie ein. Jedenfalls fragte er Jens: 
”Und was sind die ungeraden Wochen?” 

Als Hans-Peter eines Tages beim seinem Chef im Zimmer war, kam die Sekretärin herein und richtete dem Chef folgendes aus: 
”Der vom Gewerbeverein hat angerufen. Er wollte Sie eigentlich aufsuchen, hat aber vergessen, warum. Nun läßt er fragen, ob Sie ’s vielleicht wüßten!” 

In Ebingen steht ein Gebäude, das ist zwar relativ modern, aber nichr gerade ein Meisterwerk in punkto Architektur. Die Filialleiterin wunderte sich einmal darüber, wie die Leute aus Stuttgart auf so einen Bau überhaupt gekommen seien. Sie meinte, da müsse man sich doch ans Hirn langen. Die Erika entgegnete: 
”Da greifst du bei denen ins Leere!” 

Gerhard und Helmut arbeiteten auf einem Neubau. Als Gerhard sich wieder einmal eine Zigarette angezündet hatte, merkte er, daß er sein letztes Streichholz verbraucht hatte. Auch sonst gab es auf der Baustelle kein Feuer. Deshalb zündete der Gerhard von da an eine Zigarette mit der anderen an. Er ist ein starker Raucher. Aber nach einer halben Stunde verlangte er vom Helmut: 
”So, jetzt rauchst du eine Weile!” 

Hans-Peter war beim Friseur gewesen, und sein Chef schimpfte mit ihm, weil es während der Arbeitszeit war. Hans-Peter sagte, daß ihm die Haare ja schließlich auch bei der Arbeit wachsen. Das ließ sein Chef aber nicht gelten. Er meinte, die Haare würden genauso in der Freizeit wachsen. Worauf der Hans-Peter entgegnete: 
”Deshalb habe ich mir ja auch keine Glatze schneiden lassen!” 

Alexander ist Lehrer. Es war soweit, daß er sich eine Lesebrille anschaffen mußte. Als er die Brille zum ersten Mal in der Klasse aufsetzte, wollte er etwaige Heiterkeitsausbrüche vorwegnehmen. Er erzählte deshalb, daß seine Frau behauptet, er würde mit der Brille wie ein Osterhase aussehen. Kaum hatte er die Brille aufgesetzt, rief eine Schülerin: 
”Ihre Frau hat recht!” 

Erika hat eine neue Arbeitsstelle gefunden. Sie sagte zu Brigitte: 
”Mein Chef ist ein Arschloch und Korinthenkacker! Aber ich nehm‘ es gelassen.” 

Uwe stand früh morgens auf, um zur Arbeit zu gehen. Aber der Tag fing schlecht an. Erika mußte ihrem Mann mitteilen, daß sie über Nacht die Grippe bekommen hatte. Der Uwe nahm deshalb das Telefon und sagte in seiner Firma Bescheid, dass seine Frau krank sei und er leider erst später kommen könne. 
Dann legte er sich wieder ins Bett und schlief weiter. 

An Hans-Peters Arbeitsstelle hatte man einen jungen Mann entlassen, dem niemand nachtrauerte. Er hatte sich immer vor der Arbeit gedrückt, die dann die anderen machen mußten. Einige Zeit später traf Hans-Peter den Vater des jungen Mannes. Dieser berichtete stolz, sein Sohn sei jetzt bei einer sehr guten Firma, er habe sogar ein paar Leute unter sich. 
”Dann arbeitet er wohl im zweiten Stock”, meinte Hans-Peter. 

Der Günter beklagte sich einmal darüber, daß in seinem Betrieb lauter Duckmäuser seien. Er selbst, so sagte der Günter, er beschwere sich gerade heraus, wenn ihm etwas nicht passe. Die anderen dagegen würden immer bloß hintenrum schimpfen, und das könne er gar nicht leiden. Die Rosa gab dem Günter recht. Aber, meinte sie, es könne halt nicht jeder den Mund aufmachen; zuerst müsse man auch bei der Arbeit etwas bringen. 
”Klar,” sagte der Günter, ”eine Kapazität mußt du sein!” 

Die Frau des Chefs war gestorben, und nun wurde für einen Kranz gesammelt. Es sollte jeder zehn Mark zahlen. Uwe sagte zu Alexander, es sei eigentlich ungerecht, daß sie gleich viel bezahlen müßten, wo Alexander doch mehr verdiene als er. Alexander entgegnete: 
”Ich bin auch nicht trauriger als du!” 
 
 

Regionales
 
 

Auf der Alb schwätzt man schwäbisch. Das muß auch ein Mann  aus Hamburg gemerkt haben, der in Balingen etwas einkaufen wollte. Jedenfalls geriet er mit der Zeit ins Stottern, hörte dann mit Reden auf und sagte schließlich zu der Verkäuferin, sie müsse entschuldigen, aber er sei nun mal kein Schwabe. Die Verkäuferin tröstete ihn: 
”Sooo fürchterlich ischt des ja net!” 

Christa war im Urlaub gewesen. Sie hatte an einer Kreuzfahrt nach Istanbul teilgenommen und schockiert. Christa erzählte aufgebracht: 
”Die haben in Istanbul am Karfreitag gearbeitet und sogar Wäsche gewaschen!” 

Michaela hatte das Haus ihres Onkels an einen Türken verkauft. Bevor es zum Notar ging, wollte der Türke den Preis noch drücken und fing an, an dem Haus herumzumeckern. Er sagte, die Dachziegel seien ungleich, die Zentralheizung funktioniere nicht richtig und an der Garage fehle ein Abschlußblech. Als er gar nicht aufhören wollte, wurde es Michaela zuviel. Sie sagte zu dem Mann: 
”Nun lassen Sie mal die Moschee im Dorf!” 
 
 

Einfache Lösungen
 
 

Christian kaufte ein Album und beschloß, all seine Fotografien ordentlich hineinzukleben. Sein System dabei war verblüffend einfach. Schlägt man die erste Seite des Albums auf, findet man dort ein Hochzeitsbild seiner Schwester. Darunter steht: ”Sie hat ihren Lebenspartner gefunden…”. Auf der zweiten Seite sind etwa dreißig Fotos mit Christians früheren Freundinnen eingeklebt. Darunter steht: 
”…und ich auch!” 

Nachts gegen drei Uhr hielt vor dem Haus ein Auto mit laufendem Motor. Nach einer guten Viertelstunde schaute Walters Mutter aus dem Fenster und stellte fest, daß es die Nachbarstochter mit ihrem Freund war. Seufzend legte sie sich wieder hin, konnte aber keinen Schlaf mehr finden. Der Motor lief immer noch. Nach einer weiteren Viertelstunde gab es plötzlich einen lauten Knall, und wenig später wurde der Motor ausgemacht. Es war auf einmal still. 
Der Walter hatte das Problem auf seine Weise gelöst. Er hatte dem Liebespaar einen Kracher aufs Auto geworfen. 

Man überreichte der Tante das Weihnachtsgeschenk. Eigentlich war es gar nicht das Weihnachtsgeschenk, sondern ein Umschlag mit Geld, das die Herzogs gesammelt hatten. Mit diesem Geld, sagte der Markus zu der Tante, solle sie sich eine Lampe für ihren neuen Couchtisch kaufen. Falls das Geld nicht reiche, müsse sie halt selbst noch was dazu legen. 
”Und falls etwas übrig bleibt”, fügte Markus hinzu, ”kannst du den Rest ja mal vorbeibringen.” 
 
 

In der Gasttätte und im Hotel
 
 

Die Anneliese war mit Kollegen zum Essen ausgegangen. Als abserviert wurde, reichte einer von ihnen der Bedienung seinen Teller. Anneliese erklärte ihrem Kollegen, daß sich das nicht gehöre, weil man der Serviererin damit zum Ausdruck bringe, sie könne ihre Arbeit nicht alleine machen. Kaum hatte Anneliese ihre Belehrung beendet, kam die Bedienung zurück und sagte zu ihr: 
”Können Sie mir bitte mal Ihren Teller geben!” 

Silke hatte in einem Gasthaus einen Tee bestellt. Anscheinend war das sehr ungewöhnlich. Jedenfalls kam wenig später der Wirt an ihren Tisch. Er hatte einen Karton mit  Teebeuteln bei sich. Der Karton war praktisch noch voll, und der Wirt erzählte der Silke arglos: 
”Dabei habe ich den schon vor drei Jahren gekauft!” 

Armin ist aus beruflichen Gründen häufig auswärts. Im Restaurant eines Hotels, in dem er übernachtete, saßen viele Männer, die ebenfalls beruflich auf der Reise waren. Sie saßen einzeln an den Tischen, lasen Zeitung oder vervollständigten die Auftragsformulare des Tages. Da betrat eine Dame den Raum. Alle schauten auf, aber die schöne Fremde setzte sich geradewegs zum Armin an den Tisch. Bald kam ein Gespräch zustande, und es stellte sich heraus, daß die Frau in der Stadt übernachten mußte, weil dort ihr Kind im Krankenhaus lag. Als sie den Gastraum betreten hatte, sah sie die erwartungsvollen Blicke der Männer auf sich gerichtet. Sie  setzte sich zum Armin, wie sie ihm gestand, weil er sie als einziger finster angeschaut hatte. 

In Ulm geriet Heiner auf einer Geschäftsreise einmal in eine Art Gartenlokal, in dem er bis dahin noch nie gewesen war. Als er beim Kellner ein Schnitzel bestellt hatte, konnte der Heiner sehen, wie sich eine attraktive junge Frau auf den Weg in die Küche machte. Das Schnitzel, das später kam, war jedoch alles andere als anziehend. Der Heiner probierte ein paar Bissen, aber dann schob er den Teller beiseite und trank in Ruhe sein Bier aus. Als er zahlen ging, sagte der Heiner zum Kellner: ”Ihre Köchin hat wohl eher andere Qualitäten.” Der Kellner antwortete: 
”Ja, sie ist meine Frau!” 

Markus hat eine ungewöhnlich laute Stimme. Im einem Lokal fragte er einmal nach dem Tagesessen. Es gab Hackfleisch mit Beilagen für sieben Mark fünfzig. Das sei aber teuer, rief der Markus, und seine Stimme hallte durchs Lokal. Das sei aber ein kleine Portion, hörte man ihn bald darauf dröhnen. Es habe scheußlich geschmeckt, donnerte es kurze Zeit später durchs Lokal, ausgesprochen scheußlich, und er denke nicht daran, dafür sieben Mark fünfzig zu bezahlen. Als er dann nur fünf Mark bezahlen mußte, war der Markus versöhnt und brüllte: 
”Ich gehöre schließlich nicht zu denen, die dauernd meckern!” 

Der Rolf war im Café und bestellte Kaffe und Kuchen. Als die Bedienung den Kuchen brachte, fehlte vorne eine kleine Ecke. Rolf sagte zu der Bedienung, sie habe es wohl nicht lassen können, ein Stückchen zu probieren. Die Bedienung antwortete: 
”Keine Sorge, bei Ihnen läuft mir das Wasser nicht im Mund zusammen!” 

Helmut hatte in einem Lokal zwei Würste bestellt. Als die Würste kamen, waren sie so winzig, daß alle lachen mußten. Die Bedienung entschuldigte sich, aber der Helmut wies auf sein Besteck und fragte: 
”Könnte ich dann wenigstens eine kleinere Gabel haben?” 
 
 

Beziehungen
 
 

Es war Weihnachten und die Geschenke wurden ausgetauscht. Der Peter überreichte seiner Schwester ein Päckchen und überreichte ihrem Freund ein Päckchen. Aber bald stellte sich heraus, daß die Geschenke zusammengehörten. Es war ein Paar Babyschuhe. Seine Schwester hatte den einen, ihr Freund den anderen bekommen. 

Die Sabine dachte einmal laut über ihren Bruder Peter nach. Er sei ja lieb und nett, sagte sie, aber heiraten, also heiraten wollte sie den nicht. 
”So geht es mir eigentlich auch!”, 
meinte daraufhin Peters Freundin. 
 
 

Von weiter hinten
 
 

Hans-Peter hatte eine Erkältung. Sie war ihm auf die Stimme geschlagen, und er konnte nur noch flüstern. Wochenlang ging das so. Hans-Peter zog von Arzt zu Arzt, aber keiner wußte Rat. Schließlich probierte er es in der Uniklinik in Freiburg. Im Warteraum meinte er flüsternd zu seiner Frau, man werde ihm wohl auch hier nicht helfen können. Als Hans-Peter später aus dem Sprechzimmer kam, sagte er ziemlich wütend, aber mit lauter Stimme: 
”Der Arzt hat gesagt, ich sei ein Psychopath!” 

Der Thomas war in Berlin, gerade, als dort die Mauer geöffnet wurde. Thomas spazierte überall hin, wo etwas los war. Er mischte sich auch unter die Schaulustigen am Brandenburger Tor. Als ihm dort ein fremder Mensch einfach zwei Tafeln Schokolade in die Hand drückte, war der Thomas etwas irritiert. Aber erst ein wenig später beschloß er, sich von seiner geliebten alten Lederjacke zu trennen. Thomas war nämlich in einen kleinen türkischen Gemüseladen gegangen, weil er Lust auf Trauben hatte. Die Türkin, die dort bediente, riet ihm: 
”Du nix kaufen teure Trauben, billige auch gut!” 

Günter stand vor einer By-Pass-Operation. Der Arzt erkärte ihm, wie das Ganze zeitlich abläuft, nämlich zwei Wochen Herzabteilung samt Operation und Intensivstation, dann noch zwei Wochen Innere und anschließend Reha-Klinik. 
”In günstigen Fällen”, so fügte der Arzt hinzu, ”ist alles in fünf Minuten erledigt!” 

Christoph betreibt als Hobby die Imkerei. Es war ein ziemlich kalter Sommer, und da blieben dem Chrisoph seine Bienen wochenlang in ihren Stöcken. Als ihn jemand fragte, was denn die Bienen machen, wenn sie nicht ausfliegen, erklärte Christoph: 
”Die fressen meinen Honig!” 

Bei uns im Haus wohnt ein altes, schon recht wackliges Fräulein. Die Dame war lange Jahre in Amerika gewesen und verbrachte dann ihren Lebensabend wieder hier. Sie lebte sehr einsam in ihrer Wohnung und hatte sich zur Gesellschaft einen Vogel zugelegt. Wenn es warm wurde, stellte sie den Käfig auf den Balkon, wo der Vogel dann aus Leibeskräften sang. Eines Tages hörte ich, wie das alte Fräulein zu ihrem Vogel sagte: 
”Wer pfeift mir denn da?!” 

Steindorfners gingen am Schömberger Stausee spazieren. Es herrschte schlechtes Wetter, und deshalb waren kaum Leute unterwegs. Nur die Angler hatten wie immer ihre Plätze eingenommen und starrten unverdrossen ins Wasser. Papa Steindorfner hatte Langeweile. Als er von weitem einen Angler sah, redete er auf seine Sohn Marco ein. Er forderte ihn auf, ”Petri Heil!” zu sagen, wenn sie an dem Angler vorbeikommen. Dann herrschte gespannte Stille. Sir kamen an dem Angler vorbei, aber Marco sagte kein Wort. Da drehte sich der Angler um und rief: 
”Marco, du solltest doch ‘Petri Heil’ zu mir sagen!” 

Es war auf einer Busfahrt durch Italien. In Rom besichtigten wir den Brunnen des Trajan. Die Reiseführerin erklärte uns, daß es ein Wunschbrunnen ist. Wenn man eine Münze hineinwerfe, heirate man bald. Bei vier Münzen gebe es Nachwuchs, und bei zwei Münzen werde man geschieden. Daraufhin rief ein Mitreisender aus Tailfingen: 
”Frau, gib mir au gschwind zwei Münzen!” 

Armins Frau war im Krankenhaus. Sie war ziemlich lange dort, und irgendwann wurde es Zeit, daß der Armin in der Wohnung die Fenster putzte. Damit die Arbeit nicht gar so schlimm wurde, putzte er jeden Tag nur ein Fenster. Am siebten Tag war er im Bad angelangt. Unten fuhren zwei Jungen mit ihren Fahrrädern vorbei. Da hörte der Armin, wie der eine dem anderen zurief: 
”Der da oben putzt jeden Tag seine Fenster!” 
 
 

Freundschaften
 
 

Ulrike macht der Cornelia oft Komplimente. Sie lobt einmal dieses und einmal jenes. Eines Tages sagte Cornelia zu Ulrike, sie sei wirklich eine Meisterin im Komplimentemachen. ”Nein, nein,” antwortete Ulrike, ”eigentlich liegt mir das gar nicht, aber bei dir fällt es mir außerordentlich leicht!” 

Der Walter hatte mit dem Heiner Streit. Es war so ernst, dass der Heiner drohte, er werde sich in Balingen einen Rechtsanwalt nehmen. Das beeindruckte den Walter aber wenig. ”Notfalls,” sagte er zum Heiner, 
”notfalls kriegst du von Hand die Fresse voll!” 

Der Peter und der Klaus besuchen regelmäßig den gleichen Stammtisch. Eines Tages lieh sich der Klaus vom Peter 7000 Mark für eine Segelboot. Peter sah sein Geld nie wieder. Und doch besuchen beide weiter den gleichen Stammtisch. Dort überlegte der Peter lange Zeit später, ob er einen größeren Geldbetrag über einen Börsenmakler anlegen sollte. Klaus riet ihm ab und sagte, das sei eine ganz windige Geschichte. Er fügte hinzu: 
”Du weißt ja, wie es dir damals mit mir gegangen ist.” 

Regine zog ihre Armbanduhr auf. Das dauerte ziemlich lange, und deshalb erklärte sie dem Bernd, es sei schon einen alte Uhr. Sie gehe auch nicht mehr richtig, aber es handle sich um ein Andenken an ihren verstorbenen Mann, und darum sei ihr die alte Uhr lieber als eine neue. Bernd hatte Verständnis dafür. ”Man muß sich halt entscheiden,” sagte er, 
”entweder Pietät oder Genauigkeit.” 
 

Ende



 

Copyright 2001 by Norbert Reisinger
 

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  HUMOR

 
 
 

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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