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KINDER
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Norbert
Reisinger
Wenn er gesprungen hat, läuft das Wasser Der ganze Text
Die Ehe
Auch wenn sie selbst nicht gerne verreist oder vielleicht deshalb, erlaubte
Inge ihrem Christian eine Reise nach Ägypten. Kurz vorher war Christian
beim Zahnarzt gewesen. Der hatte ihm viele neue Kronen und jede Menge Gußfüllungen
eingesetzt. Entsprechend hoch war die Rechnung. Als Inge gesehen hatte,
was das neue Gebiß ihres Mannes kostete, meinte sie: ”Du bist ja
nun ein wertvoller Mensch.” Und sie fügte hinzu:
Peter und Brigitte saßen gemeinsam vor dem Fernseher und schauten
die Nachrichten der Tagesschau an. Dabei fragte die Brigitte ihren Mann:
Laura hat eigentlich alles. Und wenn ihr Geburtstag kommt, fällt
ihrem Mann meistens nichts Gescheites ein, was er ihr schenken könnte.
Er hatte für sie einmal eine Flasche Bananenlikör vorgesehen,
weil sie so etwas gerne trinkt. Am Tag vor ihrem Geburtstag rief die Laura
ihren Mann bei der Arbeit an und sagte, er solle ihr ja kein Geschenk kaufen.
Blumen seien noch da und Parfüm auch. Sie wolle wirklich nichts. Die
Laura schärfte ihrem Mann ein:
Den Urlaub verbringt der Manfred gerne im Süden. Auch seine Frau
mag Sonne und Meer. Aber das Reisen macht ihr Angst, und deshalb würde
sie am liebsten immer zu Hause bleiben. Wenn sie eine Urlaubsreise planen,
ist das immer eine schwierige Sache. Manfred probierte es einmal anders
herum. ”Wir könnten nach Israel fliegen,” schlug er vor, ”immerhin
ist Israel das Land, wo Jesus lebte.”
Der Heiner und seine Silke unterhielten sich darüber, wann es zu
einem Herzinfarkt kommt. Heiner sagte großspurig, vom vielen Arbeiten
allein bekomme niemand einen Herzinfarkt. Gefährlich sei es erst,
wenn man dauernd etwas tun müsse, was einem nicht gefällt. Worauf
Silke meinte:
Alexander und Michaela saßen spät abends im Wohnzimmer. Es
war ein anstrengender Tag gewesen, und deshalb beschloß Alexander,
ins Bett zu gehen. Er stand vom Sessel auf, streckte sich und verkündete
gähnend, daß er jetzt schlafen würde. Dabei muß er
schrecklich müde ausgesehen haben. Denn Michaela ermahnte ihn:
Der Herr Mattes hatte einen mürrischen Tag. Seine Frau ärgerte
sich darüber und sagte zu ihm, er solle doch nicht so bruddlig sein.
Andere Männer, fügte sie hinzu, seien schließlich auch
freundlich zu ihr. Der Mattes antwortete:
Die Frau Rehfuß schimpfte mit ihrem Mann. Er hatte irgend etwas
getan oder gesagt, was ihr gar nicht gefiel, und sie warf ihm vor, er sei
ein wüster Kerl. Jede andere Frau, so betonte sie, wäre längst
davon gelaufen. Der Rehfuß antwortete:
Die Familie Saile wurde eines Sonntags überraschend von Renchers
zum Mittagessen eingeladen. Sie hatten spät und reichlich gefrühstückt
und zögerten deshalb, die Einladung anzunehmen. Dann gingen sie aber
doch hin. Als sie sich verabschiedeten, meinte der Rencher, es sei auf
jeden Fall gut gewesen, daß sie gekommen seien. Und er fügte
hinzu:
Renate denkt oft über Gott und die Welt nach, und manchmal versteht
sie das eine und das andere nicht so recht. Gott habe bei der Erschaffung
der Welt alles falsch gemacht, meinte Renate eines Tages. ”Was soll es,”
fragte sie,
Familienleben
Die Ganters pflegen den Opa. Eines Tages war bei uns Kuchen übrig
gebliebenen. Weil uns nichts besseres einfiel, baten wir Ganters, den Kuchen
doch für den Opa mitzunehmen. Später erzählten sie uns,
daß sich der Opa sehr über den Kuchen gefreut habe. Es sei überhaupt
so, daß der Opa gern Reste aufesse, und deshalb komme bei ihnen praktisch
nichts um. Sie fügten hinzu:
Wenn von den Maiers jemand verreist ist, warten alle sehnsüchtig
darauf, daß er wieder zurückkommt. Der Peter war ein paar Wochen
in Frankreich unterwegs. Es hieß dann, daß er am Samstag wieder
da sei. Tatsächlich kam er aber schon am Freitag. Seine Schwester
war enttäuscht. Sie sagte:
Als die Melanie zwei Jahre alt war, spielte sie mit ihrem Vater und
stampfte ihm dabei mächtig auf dem Unterleib herum. Armin stöhnte
und ermahnte seine Tochter:
Alexander setzte sich eines Tages im Wohnzimmer inmitten seiner Familie
auf einen Sessel und war wenig später eingeschlafen. Als er dann so
langsam wieder die Augen aufmachte, war er noch im Traum. ”Da bestellst
du Kakao”, sagte er, ”und was kriegste?! Kartoffeln – brutal auseinandergebrochen.”
Seine Lieben fingen natürlich ein riesiges Gelächter an. Worauf
Alexander empört meinte:
Generationen
Jutta ging auf die sozialpädagogische Schule in Balingen. Als sie
eines Tages in das Gasthaus ”Bären” kam, saß dort ihr Schulkamerad
Achim und strickte. ”Hallo, Achim, was strickst du denn?” fragte Jutta.
Frau Himmer ist eine Witwe und achtzig Jahre alt. Sie hält sich
immer noch für attraktiv. Im Dorf lag ein alter Mann darnieder, krank
und allein. Die Einwohner des Ortes statteten ihm nacheinander ihren Besuch
ab. Nur die Frau Himmer ließ ihn im Stich. ”Ich würde ja schon
gern hingehen”, erklärte sie,
Der Opa war im ”Hirsch” gewesen. Er hatte wohl ein wenig zu viel getrunken.
Kurz vor seinem Haus kam er zu Fall und rollte die steile Sraße hinunter.
Ein Nachbar wollte ihm helfen. Aber die Oma rief:
Sabines Großeltern waren schon arg hinfällig und fanden sich
nicht mehr alleine zurecht. Sie kamen deshalb in ein Pflegeheim. Aber das
brachte sie erst recht durcheinander.
Brigitte behauptete einmal, wenn sie früher das Sagen gehabt hätte,
wären sie viel häufiger zum Tanz gegangen. Tanzen sei nun mal
ihre Leidenschaft, und sie könne nicht genug davon bekommen. Am liebsten
wäre es ihr gewesen, wenn man jeden Abend zum Tanz gegangen wären
und nicht nur einmal in der Woche. Nun mußte der Günter lachen
und sagte, bei dem ”nur einmal in der Woche”, da falle ihm ein Witz ein,
aber der sei ziemlich schmutzig und deshalb erzähle er ihn lieber
nicht. Nach einer kleinen Pause fügte er versonnen hinzu:
Opa Alexander stand im Eßzimmer am Fenster. Er beobachtete seine
Frau, die mit den zwei Enkelkindern auf den Spielplatz gegangen war. Was
er sah, verwunderte ihn doch sehr. Der Junge, so schimpfte er laut vor
sich hin, stapfe mit den Sandalen mitten im nassen Sandkasten herum und
die Kleine mache es ihm nach. Kopfschüttelnd fügte Opa Alexander
hinzu:
Als der Frieder gestorben war, hinterließ er eine gut ausgestattete
und sauber aufgeräumte Werkstatt. Sie wird jetzt von seiner Witwe,
der Gerda genutzt. Gut ausgerüstet ist die Werkstatt immer noch. Eines
Tages war sie auch wieder sauber. Die Gerda hatte Ordnung geschaffen und
erläuterte:
Mutter Anneliese erfuhr, dass im Leben ihres immerhin 43 Jahre alten
Sohnes Klaus plötzlich eine Frau auftauchte und begann, ihm einen
Pullover zu stricken. Auch sonst sah die Sache ziemlich ernst aus. Mutter
Anneliese faßte ihre Überlegungen so zusammen:
Lisa ging in die Schule und es gab ein großes Problem. Was auch immer die Lehrerin an die Tafel malte, die Lisa konnte es nicht abschreiben. Es schien so, als sei sie ziemlich schwer von Begriff. Mit der Zeit merkte die Lehrerin aber, daß die kleine Lisa gar nicht dumm war, sondern nur schlecht sehen konnte. Also rief die Lehrerin ihre Mutter zu sich. Sie erklärte ihr, daß ihre Tochter eine Brille brauche, denn sie sei außerordentlich kurzsichtig. Die Mutter nickte, aber eine Brille kaufte sie nicht. Sie war nämlich außerordentlich schwerhörig. Thomas gestand einmal, daß er schon öfters gelogen hätte.
Man müsse das nur richtig machen, und keiner merke etwas, sagte er.
Das erste Mal, so erzählte Thomas, habe er bei der Musterung gelogen.
Eines Weihnachtens schien es so, als ob die Großmutter Besuch
von ihren Kindern und Enkeln bekommen würde. Die Großmutter
überlegte deshalb, was für Geschenke sie besorgen sollte. Besonderes
Kopfzerbrechen machten ihr die Enkel. Schließlich meinte sie:
Komplizierte Sachen
Christoph saß vor dem Fernseher und schaute die Nachrichten an.
Gegen Ende der Sendung wurde über eine Modeschau berichtet, und man
sah ein rassiges Mannequin über den Laufsteg stolzieren. Der Christoph
war beeindruckt. So eine Frau wäre auch nicht schlecht, meinte er.
Doch dann dachte er an seinen Garten und schränkte er ein:
Peter hatte Probleme mit dem Rücken und mußte einige Wochen
lang Fango-Packungen und Massagen über sich ergehen lassen. Als alles
vorbei war, schenkte er der Sprechstundenhilfe eine Flasche ”Piccolo”.
Die junge Frau bedankte sich und sagte:
Der Jens ist eigentlich ein lieber Kerl. Nur trinkt er gern, und wenn
er trinkt, dann viel. Er hatte wegen des Alkohols einen Therapieplatz bekommen,
war aber schon nach einem Tag wieder zu Hause. Jens erklärte:
Michaela erzählte, daß sie nicht schlafen konnte und nachts
um drei noch eine Schlaftablette genommen hatte. Als Rolf wissen wollte,
was für einen Tablette es gewesen sei, antwortete Michaela, daß
sie das nicht wisse. Sie fügte hinzu:
Jens bekam auf einer Geschäftsreise von einem Kunden ein echtes
französisches Parfüm geschenkt und brachte es seiner Helga mit.
Die Helga roch ehrfurchtsvoll an dem teuren Duft, aber tags darauf gab
sie das Fläschchen an ihre Schwester weiter. Helga erläuterte:
In der Zeitung hatte gestanden, daß in frischem Fisch oft Wurmlarven
vorkommen. Es gab nun eine heiße Diskussion darüber, ob man
Fisch überhaupt noch essen kann. Und wie es mit Fleisch ist oder Hähnchen.
Eigentlich sei ja überall etwas drin, war die allgemeine Meinung.
”So gesehen dürfte man nicht einmal mehr Wasser trinken,” meinte Gerhard
und erläuterte:
Der Günter ist Rentner. Er schlug dem Friedrich, der auch Rentner
ist, einmal vor, sie sollten gemeinsam die Wanderwege in der Umgebung in
Ordnung bringen. Als der Friedrich dies ablehnte, meinte der Günter:
Die Daniela erzählte einmal eine Geschichte, die zwar wirklich
erstaunlich klang, aber einfach nicht wahr sein konnte. Obwohl alle immer
mehr lachen mußten, setzte Daniela ihre Erzählung fort und rief
schließlich aus:
Silke hat eine Schublade, in der zahlreiche wertvolle Feuerzeuge herumliegen.
Es handelt sich um Aufmerksamkeiten von Firmen, die mit ihrem Mann im Geschäft
waren oder ins Geschäft kommen wollten. Wohin mit all dem Zeug? Man
riet ihr, die Dinger doch einfach zu verschenken. Aber die Silke meinte:
Zum Günter kam ein Freund mit einem Motorrad. Der Freund beklagte sich, daß dauernd der Gaszug hängen bleibe. Günter beschloß, der Sache auf den Grund zu gehen, und machte eine Probefahrt. Wenig später landete er auf einem Holzstapel in der Nähe der Dorflinde. Der Gaszug war tatsächlich hängen geblieben. In der Stadt steht neuerdings ein ganz moderner Brunnen. Es handelt
sich um eine Art Springbrunnen, aber wie er funktioniert, ist ziemlich
eigenartig. Daniela erklärt es so:
Bernd erzählte, daß er die Bibel schon einmal ganz durchgelesen
hat. Das sei sehr spannend, sagte er, wie ein Roman, aber unheimlich viel.
Die Bibel sei halt dick. Und er fügte hinzu:
Die Arbeitsstelle
Uwe lobte einmal einen Kollegen, weil dieser sich besonders Mühe
gegeben hatte. Der Kollege antwortete:
Der Klaus stöhnte darüber, daß er sich bei der Arbeit
immer die Brille schmutzig mache. Seine Kollegin Silke tröstete ihn
und erzählte, auch sie habe dauernd schmierige Gläser von der
Arbeit. Ein dritter Kollege hörte sich das an. Er erklärte:
Jens und Manfred kamen sich oft wegen der Sprechtage ins Gehege. Der
Manfred konnte sich nämlich einfach nicht merken, wann wer an der
Reihe war. Eines Tages schlug Jens dem Manfred vor, doch einfach nach Kalenderwochen
vorzugehen. In den geraden Wochen sollte der Jens an der Reihe sein
und in den ungeraden Wochen der Manfred. Der Manfred sah das irgendwie
ein. Jedenfalls fragte er Jens:
Als Hans-Peter eines Tages beim seinem Chef im Zimmer war, kam die Sekretärin
herein und richtete dem Chef folgendes aus:
In Ebingen steht ein Gebäude, das ist zwar relativ modern, aber
nichr gerade ein Meisterwerk in punkto Architektur. Die Filialleiterin
wunderte sich einmal darüber, wie die Leute aus Stuttgart auf so einen
Bau überhaupt gekommen seien. Sie meinte, da müsse man sich doch
ans Hirn langen. Die Erika entgegnete:
Gerhard und Helmut arbeiteten auf einem Neubau. Als Gerhard sich wieder
einmal eine Zigarette angezündet hatte, merkte er, daß er sein
letztes Streichholz verbraucht hatte. Auch sonst gab es auf der Baustelle
kein Feuer. Deshalb zündete der Gerhard von da an eine Zigarette mit
der anderen an. Er ist ein starker Raucher. Aber nach einer halben Stunde
verlangte er vom Helmut:
Hans-Peter war beim Friseur gewesen, und sein Chef schimpfte mit ihm,
weil es während der Arbeitszeit war. Hans-Peter sagte, daß ihm
die Haare ja schließlich auch bei der Arbeit wachsen. Das ließ
sein Chef aber nicht gelten. Er meinte, die Haare würden genauso in
der Freizeit wachsen. Worauf der Hans-Peter entgegnete:
Alexander ist Lehrer. Es war soweit, daß er sich eine Lesebrille
anschaffen mußte. Als er die Brille zum ersten Mal in der Klasse
aufsetzte, wollte er etwaige Heiterkeitsausbrüche vorwegnehmen. Er
erzählte deshalb, daß seine Frau behauptet, er würde mit
der Brille wie ein Osterhase aussehen. Kaum hatte er die Brille aufgesetzt,
rief eine Schülerin:
Erika hat eine neue Arbeitsstelle gefunden. Sie sagte zu Brigitte:
Uwe stand früh morgens auf, um zur Arbeit zu gehen. Aber der Tag
fing schlecht an. Erika mußte ihrem Mann mitteilen, daß sie
über Nacht die Grippe bekommen hatte. Der Uwe nahm deshalb das Telefon
und sagte in seiner Firma Bescheid, dass seine Frau krank sei und er leider
erst später kommen könne.
An Hans-Peters Arbeitsstelle hatte man einen jungen Mann entlassen,
dem niemand nachtrauerte. Er hatte sich immer vor der Arbeit gedrückt,
die dann die anderen machen mußten. Einige Zeit später traf
Hans-Peter den Vater des jungen Mannes. Dieser berichtete stolz, sein Sohn
sei jetzt bei einer sehr guten Firma, er habe sogar ein paar Leute unter
sich.
Der Günter beklagte sich einmal darüber, daß in seinem
Betrieb lauter Duckmäuser seien. Er selbst, so sagte der Günter,
er beschwere sich gerade heraus, wenn ihm etwas nicht passe. Die anderen
dagegen würden immer bloß hintenrum schimpfen, und das könne
er gar nicht leiden. Die Rosa gab dem Günter recht. Aber, meinte sie,
es könne halt nicht jeder den Mund aufmachen; zuerst müsse man
auch bei der Arbeit etwas bringen.
Die Frau des Chefs war gestorben, und nun wurde für einen Kranz
gesammelt. Es sollte jeder zehn Mark zahlen. Uwe sagte zu Alexander, es
sei eigentlich ungerecht, daß sie gleich viel bezahlen müßten,
wo Alexander doch mehr verdiene als er. Alexander entgegnete:
Regionales
Auf der Alb schwätzt man schwäbisch. Das muß auch ein
Mann aus Hamburg gemerkt haben, der in Balingen etwas einkaufen wollte.
Jedenfalls geriet er mit der Zeit ins Stottern, hörte dann mit Reden
auf und sagte schließlich zu der Verkäuferin, sie müsse
entschuldigen, aber er sei nun mal kein Schwabe. Die Verkäuferin tröstete
ihn:
Christa war im Urlaub gewesen. Sie hatte an einer Kreuzfahrt nach Istanbul
teilgenommen und schockiert. Christa erzählte aufgebracht:
Michaela hatte das Haus ihres Onkels an einen Türken verkauft.
Bevor es zum Notar ging, wollte der Türke den Preis noch drücken
und fing an, an dem Haus herumzumeckern. Er sagte, die Dachziegel seien
ungleich, die Zentralheizung funktioniere nicht richtig und an der Garage
fehle ein Abschlußblech. Als er gar nicht aufhören wollte, wurde
es Michaela zuviel. Sie sagte zu dem Mann:
Einfache Lösungen
Christian kaufte ein Album und beschloß, all seine Fotografien
ordentlich hineinzukleben. Sein System dabei war verblüffend einfach.
Schlägt man die erste Seite des Albums auf, findet man dort ein Hochzeitsbild
seiner Schwester. Darunter steht: ”Sie hat ihren Lebenspartner gefunden…”.
Auf der zweiten Seite sind etwa dreißig Fotos mit Christians früheren
Freundinnen eingeklebt. Darunter steht:
Nachts gegen drei Uhr hielt vor dem Haus ein Auto mit laufendem Motor.
Nach einer guten Viertelstunde schaute Walters Mutter aus dem Fenster und
stellte fest, daß es die Nachbarstochter mit ihrem Freund war. Seufzend
legte sie sich wieder hin, konnte aber keinen Schlaf mehr finden. Der Motor
lief immer noch. Nach einer weiteren Viertelstunde gab es plötzlich
einen lauten Knall, und wenig später wurde der Motor ausgemacht. Es
war auf einmal still.
Man überreichte der Tante das Weihnachtsgeschenk. Eigentlich war
es gar nicht das Weihnachtsgeschenk, sondern ein Umschlag mit Geld, das
die Herzogs gesammelt hatten. Mit diesem Geld, sagte der Markus zu der
Tante, solle sie sich eine Lampe für ihren neuen Couchtisch kaufen.
Falls das Geld nicht reiche, müsse sie halt selbst noch was dazu legen.
In der Gasttätte und im Hotel
Die Anneliese war mit Kollegen zum Essen ausgegangen. Als abserviert
wurde, reichte einer von ihnen der Bedienung seinen Teller. Anneliese erklärte
ihrem Kollegen, daß sich das nicht gehöre, weil man der Serviererin
damit zum Ausdruck bringe, sie könne ihre Arbeit nicht alleine machen.
Kaum hatte Anneliese ihre Belehrung beendet, kam die Bedienung zurück
und sagte zu ihr:
Silke hatte in einem Gasthaus einen Tee bestellt. Anscheinend war das
sehr ungewöhnlich. Jedenfalls kam wenig später der Wirt an ihren
Tisch. Er hatte einen Karton mit Teebeuteln bei sich. Der Karton
war praktisch noch voll, und der Wirt erzählte der Silke arglos:
Armin ist aus beruflichen Gründen häufig auswärts. Im Restaurant eines Hotels, in dem er übernachtete, saßen viele Männer, die ebenfalls beruflich auf der Reise waren. Sie saßen einzeln an den Tischen, lasen Zeitung oder vervollständigten die Auftragsformulare des Tages. Da betrat eine Dame den Raum. Alle schauten auf, aber die schöne Fremde setzte sich geradewegs zum Armin an den Tisch. Bald kam ein Gespräch zustande, und es stellte sich heraus, daß die Frau in der Stadt übernachten mußte, weil dort ihr Kind im Krankenhaus lag. Als sie den Gastraum betreten hatte, sah sie die erwartungsvollen Blicke der Männer auf sich gerichtet. Sie setzte sich zum Armin, wie sie ihm gestand, weil er sie als einziger finster angeschaut hatte. In Ulm geriet Heiner auf einer Geschäftsreise einmal in eine Art
Gartenlokal, in dem er bis dahin noch nie gewesen war. Als er beim Kellner
ein Schnitzel bestellt hatte, konnte der Heiner sehen, wie sich eine attraktive
junge Frau auf den Weg in die Küche machte. Das Schnitzel, das später
kam, war jedoch alles andere als anziehend. Der Heiner probierte ein paar
Bissen, aber dann schob er den Teller beiseite und trank in Ruhe sein Bier
aus. Als er zahlen ging, sagte der Heiner zum Kellner: ”Ihre Köchin
hat wohl eher andere Qualitäten.” Der Kellner antwortete:
Markus hat eine ungewöhnlich laute Stimme. Im einem Lokal fragte
er einmal nach dem Tagesessen. Es gab Hackfleisch mit Beilagen für
sieben Mark fünfzig. Das sei aber teuer, rief der Markus, und seine
Stimme hallte durchs Lokal. Das sei aber ein kleine Portion, hörte
man ihn bald darauf dröhnen. Es habe scheußlich geschmeckt,
donnerte es kurze Zeit später durchs Lokal, ausgesprochen scheußlich,
und er denke nicht daran, dafür sieben Mark fünfzig zu bezahlen.
Als er dann nur fünf Mark bezahlen mußte, war der Markus versöhnt
und brüllte:
Der Rolf war im Café und bestellte Kaffe und Kuchen. Als die
Bedienung den Kuchen brachte, fehlte vorne eine kleine Ecke. Rolf sagte
zu der Bedienung, sie habe es wohl nicht lassen können, ein Stückchen
zu probieren. Die Bedienung antwortete:
Helmut hatte in einem Lokal zwei Würste bestellt. Als die Würste
kamen, waren sie so winzig, daß alle lachen mußten. Die Bedienung
entschuldigte sich, aber der Helmut wies auf sein Besteck und fragte:
Beziehungen
Es war Weihnachten und die Geschenke wurden ausgetauscht. Der Peter überreichte seiner Schwester ein Päckchen und überreichte ihrem Freund ein Päckchen. Aber bald stellte sich heraus, daß die Geschenke zusammengehörten. Es war ein Paar Babyschuhe. Seine Schwester hatte den einen, ihr Freund den anderen bekommen. Die Sabine dachte einmal laut über ihren Bruder Peter nach. Er
sei ja lieb und nett, sagte sie, aber heiraten, also heiraten wollte sie
den nicht.
Von weiter hinten
Hans-Peter hatte eine Erkältung. Sie war ihm auf die Stimme geschlagen,
und er konnte nur noch flüstern. Wochenlang ging das so. Hans-Peter
zog von Arzt zu Arzt, aber keiner wußte Rat. Schließlich probierte
er es in der Uniklinik in Freiburg. Im Warteraum meinte er flüsternd
zu seiner Frau, man werde ihm wohl auch hier nicht helfen können.
Als Hans-Peter später aus dem Sprechzimmer kam, sagte er ziemlich
wütend, aber mit lauter Stimme:
Der Thomas war in Berlin, gerade, als dort die Mauer geöffnet wurde.
Thomas spazierte überall hin, wo etwas los war. Er mischte sich auch
unter die Schaulustigen am Brandenburger Tor. Als ihm dort ein fremder
Mensch einfach zwei Tafeln Schokolade in die Hand drückte, war der
Thomas etwas irritiert. Aber erst ein wenig später beschloß
er, sich von seiner geliebten alten Lederjacke zu trennen. Thomas war nämlich
in einen kleinen türkischen Gemüseladen gegangen, weil er Lust
auf Trauben hatte. Die Türkin, die dort bediente, riet ihm:
Günter stand vor einer By-Pass-Operation. Der Arzt erkärte
ihm, wie das Ganze zeitlich abläuft, nämlich zwei Wochen Herzabteilung
samt Operation und Intensivstation, dann noch zwei Wochen Innere und anschließend
Reha-Klinik.
Christoph betreibt als Hobby die Imkerei. Es war ein ziemlich kalter
Sommer, und da blieben dem Chrisoph seine Bienen wochenlang in ihren Stöcken.
Als ihn jemand fragte, was denn die Bienen machen, wenn sie nicht ausfliegen,
erklärte Christoph:
Bei uns im Haus wohnt ein altes, schon recht wackliges Fräulein.
Die Dame war lange Jahre in Amerika gewesen und verbrachte dann ihren Lebensabend
wieder hier. Sie lebte sehr einsam in ihrer Wohnung und hatte sich zur
Gesellschaft einen Vogel zugelegt. Wenn es warm wurde, stellte sie den
Käfig auf den Balkon, wo der Vogel dann aus Leibeskräften sang.
Eines Tages hörte ich, wie das alte Fräulein zu ihrem Vogel sagte:
Steindorfners gingen am Schömberger Stausee spazieren. Es herrschte
schlechtes Wetter, und deshalb waren kaum Leute unterwegs. Nur die Angler
hatten wie immer ihre Plätze eingenommen und starrten unverdrossen
ins Wasser. Papa Steindorfner hatte Langeweile. Als er von weitem einen
Angler sah, redete er auf seine Sohn Marco ein. Er forderte ihn auf, ”Petri
Heil!” zu sagen, wenn sie an dem Angler vorbeikommen. Dann herrschte gespannte
Stille. Sir kamen an dem Angler vorbei, aber Marco sagte kein Wort. Da
drehte sich der Angler um und rief:
Es war auf einer Busfahrt durch Italien. In Rom besichtigten wir den
Brunnen des Trajan. Die Reiseführerin erklärte uns, daß
es ein Wunschbrunnen ist. Wenn man eine Münze hineinwerfe, heirate
man bald. Bei vier Münzen gebe es Nachwuchs, und bei zwei Münzen
werde man geschieden. Daraufhin rief ein Mitreisender aus Tailfingen:
Armins Frau war im Krankenhaus. Sie war ziemlich lange dort, und irgendwann
wurde es Zeit, daß der Armin in der Wohnung die Fenster putzte. Damit
die Arbeit nicht gar so schlimm wurde, putzte er jeden Tag nur ein Fenster.
Am siebten Tag war er im Bad angelangt. Unten fuhren zwei Jungen mit ihren
Fahrrädern vorbei. Da hörte der Armin, wie der eine dem anderen
zurief:
Freundschaften
Ulrike macht der Cornelia oft Komplimente. Sie lobt einmal dieses und einmal jenes. Eines Tages sagte Cornelia zu Ulrike, sie sei wirklich eine Meisterin im Komplimentemachen. ”Nein, nein,” antwortete Ulrike, ”eigentlich liegt mir das gar nicht, aber bei dir fällt es mir außerordentlich leicht!” Der Walter hatte mit dem Heiner Streit. Es war so ernst, dass der Heiner
drohte, er werde sich in Balingen einen Rechtsanwalt nehmen. Das beeindruckte
den Walter aber wenig. ”Notfalls,” sagte er zum Heiner,
Der Peter und der Klaus besuchen regelmäßig den gleichen
Stammtisch. Eines Tages lieh sich der Klaus vom Peter 7000 Mark für
eine Segelboot. Peter sah sein Geld nie wieder. Und doch besuchen beide
weiter den gleichen Stammtisch. Dort überlegte der Peter lange Zeit
später, ob er einen größeren Geldbetrag über einen
Börsenmakler anlegen sollte. Klaus riet ihm ab und sagte, das sei
eine ganz windige Geschichte. Er fügte hinzu:
Regine zog ihre Armbanduhr auf. Das dauerte ziemlich lange, und deshalb
erklärte sie dem Bernd, es sei schon einen alte Uhr. Sie gehe auch
nicht mehr richtig, aber es handle sich um ein Andenken an ihren verstorbenen
Mann, und darum sei ihr die alte Uhr lieber als eine neue. Bernd hatte
Verständnis dafür. ”Man muß sich halt entscheiden,” sagte
er,
Ende
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