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Norbert Reisinger 

Die Raben sind schwarze Tröpfe

Neue Kindersprüche
 
 
 

Familie
 
 

Jonas wurde von der Flasche entwöhnt. Er durfte auf einmal nur noch aus der Tasse trinken. Der kleine Jonas packte die Sache eigentlich ganz gut, doch als er nach dem ersten Tag ohne Flasche ins Bett gelegt wurde, fragt er seine Mama:
”Ich darf aber doch aufwachen, wenn ich Durst habe?”
 

Die Familie war in Urlaub in der Toskana, und der Papa nutzte die Gelegenheit, um unrasiert herumzulaufen. Als es eines Abends Zeit wurde, daß sein Töchterchen Joana  ins Bett ging, sollte der übliche Gute-Nacht-Kuß kommen. Aber Joana weigerte sich. Sie sagte zu ihrem Vater:
”Ich knutsch’ doch keinen Kaktus!”
 

Man unterhielt sich über die Urlaubsreisen von früher. Kerstin erinnerte sich an eine Besichtigung von Venedig, aber sie hatte den Namen des Markusplatzes vergessen. So erzählte sie, sie wisse noch, wie die Tauben den Jesco auf dem Moritzplatz vollgemacht hätten. Als ihr Bruder mahnend eingriff und ”Nicht Moritz, Markus...” sagte, beharrte Kerstin:
”Den Jesco aber auch!”
 

Andreas und Jonas hängen sehr an ihren Großeltern, die im gleichen Haus wohnen. Eines Tages überlegten die Großeltern, ob sie für fünf Tage nach Tirol verreisen sollten. Der Papa von Andreas und Jonas riet ihnen, es zu tun, und so machten sie sich schließlich davon. Für Andreas waren die Tage ohne seine Großeltern eine entsetzlich lange Zeit. Als sie abgereist waren, kämpfte er mit den Tränen und sagte vorwurfsvoll zu seinem Vater:
”Und du hast ihnen auch noch erlaubt, daß sie gehen dürfen!”
 

Die Claudine und ihr kleiner Bruder Manuel hatten etwas angestellt. Entweder war es die Claudine gewesen oder der Manuel. Aber ihre Mutter wußte nicht, wer von den zweien der Übeltäter war. Und von den Kindern wollte keines das andere verraten. Als die Mama nicht locker ließ, um die Wahrheit herauszubekommen, sagte die Claudine schließlich schluchzend:
”Wenn man nur den lieben Gott fragen könnte. Der wüßte, wer es gewesen ist!”
 

Die kleine Lisa willl ihren Vater immer vom Rauchen abhalten. Wenn er zum Rauchen raus geht, sieht sie ihn immer lieb an und sagt „Papa, bitte nicht!“ Als er sich trotzdem eine Zigarette anzündete, meinte Lisa pragmatisch:
"Gut, dann qualm".
 

Biologie und Physik
 
 

Als Sammy elf Jahre alt geworden und auf die Realschule gekommen war, machte er die Hausaufgaben für Biologie. Es ging um das Skelett des Menschen und darum, daß es die Eingeweide schützt. Die Eingeweide, so erklärte ihm seine Mutter, seien die weichsten inneren Organe eines Menschen und deshalb besonders empfindlich. Sammy sah das ein. Nach einer Weile kam ihm jedoch sein eigener Körperbau in den Sinn und er meinte:
”Und ausgerechnet das Wichtigse zur Arterhaltung ist rein gar nicht geschützt”. 
 

Joana war bei einer Nachbarin und schaute zu, wie der kleine Felix gewickelt wurde. Sie merkte, daß der Felix ein sehr kleines Glied hatte, und sagte zu seiner Mutter, daß der Sammy, ihr  Bruder, ein viel größeres habe. Die Mutter vom Felix erklärte der Joana, daß der Sammy älter als der Felix ist und ja auch größere Beine und Hände hat. Worauf die Joana ihre Arme ausstreckte und meinte:
”Und mein Papa erst!”
 

Andreas mußte für die Schule Lesen üben. Es ging um einen Text mit Raben und Rüben. Als er die Sache ein paar Mal durchgepaukt hatte, konnte er den Text fast auswendig. Zum Schluß ”las” er:
”Die Raben sind schwarze Tröpfe, die Rüben haben grüne Geschöpfe.”
 

Manuel hatte am Fensehen eine Sendung gesehen, in der es um den Gehirntod eines Menschen ging. Er lief zu seiner Mutter in die Küche und erklärte ihr die Sache, so wie er es verstanden hatte:
”Das Herz schlägt noch, d.h., der Kopf funktioniert nicht mehr, aber unten geht’s noch!”
 

Frömmigkeit, Gott und Nächstenliebe
 
 

Die Oma erzählte der Joana, daß es bei ihr mit dem Singen nicht mehr so weit her sei. Früher habe sie im Chor gesungen und eine ordentliche Stimme gehabt. Aber seit sie älter geworden sei, habe sie Schwierigkeiten. Worauf Joana meinte:
”Aber in der Kirche wirst du ja wohl noch ‘Halleluja’ singen können!”
 

Der Andreas war sieben Jahre alt, als er seiner Oma bei der Zwiebelernte half. Während die beiden bei der Arbeit waren, zogen dunkle Wolken am Himmel auf. Andreas sagte in Richtung zu den Wolken: ”Lieber Gott, laß es jetzt bitte nicht regnen.” Und dann fügte er hinzu:
”Wenn wir fertig sind, kannst du machen, was du willst!”
 

Der kleine Bruder von Andreas, der Jonas, mußte für ein paar Tage in die Klinik und die Mama begleitete ihn. So war Andreas ohne sie. Als er mit seiner Tante telefonierte, riet diese ihm,  fest zu beten, daß seine Mama und der Jonas bald zurückkommen würden. Andreas antwortete:
”Also mit dem Beten – das kann so oder so gehen. Aber probieren kann man’s ja mal!”
 

Der Horst wollte seinen Neffen eine Freude machen. Er lud sie ein, sie sollten ihm ”helfen”, sein großes Aquarium sauber zu machen. Die beiden Jungen waren natürlich begeistert dabei. Als Andreas wenig später gefragt wurde, wie es zu der Aktion eigentlich gekommen sei, meinte er:
”Der Horst hat angerufen, Wir sollen ihm helfen. Da kannt du doch nicht einfach nein sagen!”
 

Die kleine Lisa war mit ihren Eltern im Ort auf dem Weihnachtsmarkt. Dort war auch der Nikolaus unterwegs. Sie durfte sich zweimal etwas aus dem Sack nehmen. Später sagte sie zu ihren Eltern: "Gleich geht der Nikolaus mit der Brigitte nach Haus". Die Eltern fragten, wie sie denn darauf komme. Lisa antwortete:
"Das war doch der Jörg".
 

Mit List und Tücke
 
 

Der Vater brachte Lisa  ins Bett. Nachdem er ihr etwas vorgelesen hatte, wollte er gehen. Aber er hatte die Rechnung ohne sein Töchterchen gemacht. Lisa fragte: „Papa, sollen wir tauschen?“ „Was tauschen?“ „Ich bin der Papa und Du die Lisa“. Ihr Vater fragte „Und dann?“ Lisa antwortet „Dann gehe ich jetzt und Du bleibst im Bett.“
 

Die kleine Lisa war beim Friseur. Als die Friseurin sie fragte:“ Wie soll ich Dir die Haare schneiden?“ antwortete Lisa: 
"Keine Glatze wie der Opa".
 

Lisa sollte ihr Zimmer aufräumen. „Keine Zeit“ sagte sie. Ihr Vater antwortete:  „Die Zeit gebe ich Dir“. Worauf Lisa meinte: „Papa, ich gebe Dir die Zeit zurück“. 
 

Eigenartiges
 
 

Als Jonas sechs Jahre alt war, war eine seiner ständigen Redewendungen:
”Und um halb trinket wir ein Viertele!”
 

Wenn Lukas bei seiner Oma  ist, kann er immer sehen, wie eine Nachbarin die Fenster putzt, etwas aufwischt oder die Betten ausschüttelt. Eigentlich macht die Frau sonst gar nichts. Eines Tages kam der Lukas zur Oma zurück und hatte eine Tafel Schokolade dabei. Als er gefragt wurde, wo er sie herhabe, antwortete er:
”Von der Frau Holle.”
 

Das Lernen, Schule und Benimm
 
 

Der kleine Manuel lernte in der Schule mit Begeisterung die Buchstaben. Besonders stolz war er, als er das ”M” schreiben konnte, weil dies der Anfangsbuchstabe seines Namens ist. Er behauptete:
”Den M kenn’ ich so gut, den könnt’ ich sogar blind sehen!”
 

Lisa war mit ihrer Mutter und Oma im Urlaub. In einem Restaurant beobachtete sie eine Frau am Nebentisch. Nach einiger Zeit sagte sie recht laut: „Die Frau kaut mit offenem Mund. Das macht man nicht“.
 

No Panic
 
 

Die kleine Lisa sah ihren Papa in Sakko und mit Fliege. Sie fragte:
„Was hast du denn für einen Schmetterling um den Hals?“
 

Lisa war auf der Straße hingefallen und hat sich das Knie aufgeschlagen. Ihre Mama hat ihr daraufhin ein Pflaster darauf geklebt. Als Lisa dann zur Oma kam, fragte sie „Soll ich Dir mal mein Knie zeigen?“ Sie machte stolz das Pflaster ab und sagte:
„Die Haut liegt jetzt auf der Straße“. 
 

Die kleine Lisa stand oben an einer gefährlich glatten Holztreppe auf Socken und schickte sich an, die Treppe hinabzugehen. Ihre Oma ermahnte sie, vorsichtig zu sein. Lisa beruhigte ihre Großmutter mit den Worten:
„Keine Panik, Oma“.


 

Ende


Copyright 2003 by Norbert Reisinger

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HUMOR

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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